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ABOUT "MARIA DE BUENOS AIRES"
BY ASTOR PIAZZOLLA AND HORACIO FERRER
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Mai 2002
von Barbro Suchardt |
Tango-Oper von Astor Piazzolla in Köln
AUFERSTANDEN AUS DER ARMUT

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Köln. Buenos Aires, die Schöne: Geprägt
von Millionen von Einwanderern, gebeutelt durch Militärdiktatur
und Wirtschaftskrisen, doch immer auferstanden wie Phönix aus
der Asche.
Astor Piazzolla. Der grosse Erneuerer des Tango, setzte der aufregenden,
dekadenten Stadt mit seiner 1968 uraufgeführten Tango-Oper "Maria
de Buenos Aires" ein Denkmal, das mit den hochpoetischen Texten
von Horacio Ferrer eine beeindruckende Symbiose eingeht. Maria, erst
Textilarbeiterin, dann Tangosängerin und schliesslich Prostituierte,
ist die Allegorie dieser Stadt, die sich ständig kraftvoll erneuert.
Das klingt pathetisch und ist es auch schliesslich sind Pathos
und übersteigerte Emotion der Humus des Tango. Deshalb gab es
für Piazzolla niemanden, der seine zwischen Tango, Jazz und Moderne
changierende Musik besser singen kann als Milva, die Meisterin der
grossen theatralischen Pose. Die Rolle der Maria sang sie erstmals
1999 in Palermo und Bozen.
Jetzt erarbeitete der Regisseur Kuniaki Ida mit ihr und dem hervorragenden
Ensemble "TangoSeis" eine halb konzertante Inszenierung,
die zwei Mal im Kölner Schauspielhaus gastierte, bevor sie weiter
auf Tournee geht. Als geknechtete Maria, Hure und Heilige nimmt sich
die italienische Diva wohltuend zurück, gestaltet die (spanisch
gesungenen) Lieder mit ergreifender Eindringlichkeit und konzediert
der Figur das richtige Mass an tragischen, lasziven und leidenschaftlichen
Gefühlswallungen - gar nicht so leicht auf einer kahlen Bühne
ohne Kulissen.
Ida hat die mit Symbolismen überfrachtete Nummernfolge entschlackt.
Die langen Monologe des dämonischen Erzählers El Duende
(Daniel Bonilla Torres" und die statischen Auftritte des Sängers
(José Angel Trelles) Gestalten, die Marias Leben bestimmen
werden aufgelockert durch ein Tanzpaar (Ricardo Barrios und
Marina Fuhr), das die Erwartungshaltung des Publikums an das Thema
Tango bedient.
Der anspruchsvolle Abend mit den kryptischen, auch für Spanisch-Kenner
nahezu unverständlichen Texten war in erster Linie ein Triumph
für Milva, die begeistert gefeiert wurde.
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