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ABOUT "THE SEVEN DEADLY SINS"
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Volksstimme
23.02.2000
von Dr. Herbert Henning |
Milva Konzert beim Weill-Fest
DESSAU: OVATIONEN FÜR "DIE SIEBEN
TODSÜNDEN"
DESSAU. Mit glanzvollen Konzerten präsentierte
sich Deutschen die Kammerphilharmonie Bremen unter Leitung des jungen
schwedischen Dirigenten Patrik Ringborg zum Weill-Fest 2000. Die
weltweit als Interpretin der Songs von Kurt Weill und Texte Bertold
Brechts gefeierte italienische Diva Milva gestaltete in dem Pariser
Exil 1933 uraufgeführten Ballet mit Gesang "Die sieben
Todsünden" die Rollen der Anna I und Anna II.
Es ist nicht nur ein musikalisches, sondern vor allem auch ein einzigartiges
visuelles Erlebnis, wie die italienische Diva die beiden unterschiedlichen
Charaktere der Schwestern sprachlich, mimisch und gestisch ausformt
und dabei ihnen eine ganz unterschiedliche Identität verleiht.
Bei Milva schwingt in jedem Augenblick der ganze Körper im
Rhythmus der Weillschen Musik, die hier von besonderer Qualität
ist.
Die in sieben Sätzen gestaltete Musik adaptiert in jedem Satz
eine einzelne Musikform, wie Walzer, Foxtrott, Marsch, Tarantella
und verdichtet sie mit symphonischen Klängen, durchgängig
getragen von einem tiefe Traurigkeit charakterisierenden Leitmotiv.
Weills Musik erinnert hier in ihrer klanglichen Ausdruckskraft und
Intensität bisweilen an die Symphonik Gustav Mahlers.
Und hier zeigte die Kammerphilharmonie in der musikalischen Ausformung
der Partitur ihre Extraklasse. Milva durchlebt mit ungeheurer Expressivität,
ständig zwischen Anna I und Anna II wechselnd, den argen Weg
der Erkenntnis bis zu "ihrem kleinen Haus in Louisiana".
Sie ist mit Stimme und Sprechgesang mal aggressiv, herausfordernd,
bestimmend. Dann wieder schwesterlich-zärtlich, flehend, ratlos,
verzweifelt uns sehnsuchtsvoll. Ein Wechselbad musikalischer, brillant
ausgeformter menschlicher Empfindungen.
Dabei sind die Songs bis ins kleinste Detail inszeniert und doch
bleiben in Milvas Interpretation Musik und Text, sind Weill und
Brecht immer das Wichtigste. Ein Glücksfall daneben war dazu
die Besetzung der "Familie" mit dem herausragenden Nils
Olsson (Tenor), Tobias Rapp (Tenor), Johannes M. Kösters (Bariton)
und in der Rolle als "Mutter" Frank Girlich (Bass). 15minütiger
Beifall, viele Bravos, Blumen und schliesslich stehende Ovationen.
© Volksstimme
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