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A PROPOSITO DI...
MARIA DE BUENOS AIRES 2002,
tour in Germania, Olanda e Giappone aprile/maggio 2002,
regia Ida Kuniaki
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WZ,
Wuppertaler Kultur
15.04.2002
von Frank Scurla |
WIEDERGEBURT DES TANGOS IN DER PULSIERENDEN
STADT
Milva und das Ensemble Tangoseis
gastierten mit "Maria de Buenos Aires" von Astor Piazzolla
in der Stadthalle
Mit "Maria de Buenos Aires" wagte sich Astor Piazzolla
schon 1968 auf das Gebiet des Musiktheaters mit Anleihen bei Oper,
Revue, Melodram und Moritat. Von der Dramaturgie her ist durchaus
eine gewisse Ähnlichkeit mit dem ersten Teil der viel später
entstandenen Rockoper "Evita" von Lloyd-Webber zu erkennen.
Die musikalische Substanz bei Piazzolla mit der Auslotung der Möglichkeiten
des Tango Nuevo ist aber um einiges reizvoller und authentischer
als bei dem Musical.
Milva, die das Werk jetzt beim "Festival del Tango" in
der Stadthalle vorstellte, wäre sicher schon damals in ihren
jungen Schlagersängerinnen-Jahren eine Idealbesetzung der Maria
gewesen. Die Rolle der Arbeiterin, die Tangosängerin in einem
Freudenhaus wird und mehrere Tode und Wiederbelebungen erlebt, als
Sinnbild für das pulsierende Leben und die Höhen und Tiefen
einer Weltstadt, kommt ihrem unverwechselbaren Darstellungsstil
der extremen, doch nuancenreichen Gefühle, tragischen Posen
und ausladenden Gesten sehr entgegen. Sie sieht wohl das Werk des
1992 verstorbenen Piazzolla, so kam es beim interessierten Zielpublikum
rüber, als Vermächtnis, lernte sie ihn doch 1984 kennen
und wurde seine beliebteste Gesangsinterpretin. Der Komponist wollte
sie schon damals für die Partie der Maria begeistern.
Wie erstmals 1999 in Bozen hatte sie in Wuppertal wieder hervorragende
musikalische Unterstützung durch das Tangoseis-Ensemble. Eine
Geigenmelodie (gespielt von Mauro Rossi) wird dabei auch zur leitmotivischen
"Arie" Milvas. Stampfende Rhythmen des Tango Nuevo, aber
auch Walzer und Marsch zeichnen musikalisch Kolorit und Milieu der
Metropole. Das Bandoneon und sein Spieler (vorzüglich: Gilberto
Pereyra) werden zu kommentierenden Figuren wie der mephistophelische
Erzähler (Daniel Bonilla Torres), ein Sänger (José
Angel Trelles) und das Leidenschaften tanzende Tangopaar (Marina
Fuhr und Ricardo Barrios). Die Sprache des Librettos von Horacio
Ferrer offenbart dabei Klangreize wie Piazzollas raffinierte Musik,
auch für Nichtkenner des Spanischen. Buenos Aires wird so zum
Synonym für den unsterblichen Tango.
Der Star und alle Mitwirkenden wurden mit Ovationen gefeiert.
©
WZ
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