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A PROPOSITO DI...
MARIA DE BUENOS AIRES 2001,
Bolzano e Sondrio gennaio/febbraio 2001,
regia Emmanuel Bohn
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Z die Zeitung am Sonntag,
Kultur
7 gennaio 2002 |
Vereinigte Bühnen Bozen starten mit
Höhepunkt
MILVA ALS MARIA
Vor fast genau vier Jahren war sie als Brecht-Interpretin
in einer Inszenierung von Giorgio Strehler hier, damals auf Einladung
des Teatro Stabile. Jetzt spielt sie die Titelrolle in der Tango-Oper
"Maria de Buenos Aires" von Astor Piazzolla, die Emmanuel
Bohn für die Vereinigte Bühnen inszeniert.
BOZEN: "Milva la rossa", die in den 60er
Jahren im Schlagerfach zur nationalen Berühmtheit aufstieg,
hat sich als Strehler-Schülerin zur Bühnendiva und schliesslich
zum Weltstar entwickelt. Dennoch verkörpert sie immer noch
bevorzugt Figuren, die schon die Brecht-Weill-Songs ihr vermittelten,
weil sie sich ihnen verbunden fühlt.
Auch "Maria de Buenos Aires", die Traumgestalt, die der
grosse Astor Piazzolla auf Grund einer autobiographischen Geschichte
entwarf, gehört zu den unverwüstlichen Frauenfiguren aus
dem Volk, denen Milva mit Vorliebe ihre Stimme leiht: starke Frauen,
die alle Niederungen des Lebens durchschreiten und heil überstehen
und daher immer wieder von neuem beginnen. Das ist auch der Sinn
dieses surrealen Musik-Theaters, das dem Atemrhythmus des Tangos
folgt: eine Hommage an die Frau, an das Symbol des Lebens selbst,
das nie wirklich endet, sondern in ewigem Kreislauf wiederkehrt.
Marias Auferstehung nach dem Tod und ihre neue Karriere als Tango-Sängerin,
ihre Verwandlungen, Aufstieg und Fall, versucht Regisseur Bohn auch
als beispielhafte Darstellung der sozialen Verhältnisse im
Argentinien der Einwanderungszeit greifbar zu machen. Dass sich
diese Erzählung auf dem musikalischen Hintergrund des anspruchsvollen
"Tango Nuevo" von Piazzolla abspielt, mit dem Milva viele
gemeinsame Bühnenerfahrungen verbindet, macht die Oper zu einem
stimmungsvollen Werk, "voll Leidenschaft und Gefühlt",
in dem die Sängerin und Schauspielerin in eine ihrer Traumrollen
schlüpfen und alle Register ziehen kann. "Du bist Maria",
schrieb ihr der Dichter Horacio Ferrer, der das Libretto zur Oper
verfasste wie sie gern und stolz erzählt. Und diese
Figur erfindet sie nun, auch für sich selbst. (ehm)
© Z
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